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Vielfalt als Ziel

Buchtipp

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Vielfalt bedeutet Mehrwert für Unternehmen.

Wenn alle die gleichen Chancen haben, etwas aus sich zu machen, herrscht Gerechtigkeit. Mit dieser Definition im Blick geht Jens Schadendorf in seinem Buch „Der Regenbogen-Faktor“ den Chancen nach, die schwule und lesbische Menschen in Unternehmen und Gesellschaft heute in Deutschland haben, nachdem sie über lange Zeit ausgegrenzt worden sind. „Der Regenbogenfaktor“ stellt positive Beispiele vor und erzählt Erfolgsgeschichten von unternehmerischer Förderung. Er enthält zahlreich Anregungen für verschiedene Maßnahmen, mit denen Arbeitgeber_innen und Vereine schwule und lesbische Menschen unterstützen können.

So beleuchtet Schadendorf die Initiativen etwa der Commerzbank oder der Allianzgruppe, stellt Konzepte der Diversity Beauftragten vor, verweist auf die IBM-Cooperation, die als Vorreiterin in Sachen Diversityförderung gilt. Bildhaft beschreibt er als Beispiel  die lang etablierten Betriebsfeieren einer Anwaltskanzlei, zu denen alle ihre Partner_innen mitbringen, egal ob homo oder hetera, wie auch den  Arbeitskreis homosexueller Angehöriger der Bundeswehr und das „Henry Pohles MIDEAL“, das Azubi-Programm der deutschen Post, in dessen Rahmen das Thema „unterschiedliche Sexualität“ in die Ausbildung integriert wird. Und auch die Karrieremesse „Sticks and Stones“ wird als umfassendes Forum zum Austausch und zur Vorstellung unternehmerischer Queer-Projekte vorgestellt.

Jenseits unternehmerischer Maßnahmen beschreibt Schadendorf auch etliche persönliche Geschichten, wie jene von Thomas Hitzelsperger oder Footballer Michael Sam, die sich mitten in ihrer Profisportler-Karriere outeten, jene von Peer Uhlmann und Alexander Schützperz, die wichtige Positionen in der Bundeswehr besetzen oder jene vom ehemaligen katholischen Priester Hermann Reiberg, der sich gegenüber seinem Bischof zur eigenen Homosexualität bekannte.

Illustrativ geht er abschließend auf private Projekte und Vereine ein, die sich für eine offenere Gesellschaft einsetzen wollen. So erfährt man von Arbeitsgruppen der evangelischen Kirche, in denen das Thema Homosexualität neu und offen besprochen wird, von queeren Fußballverbänden, Vorbildern aus dem Frauenfußball, von Initiativen wie „Fußballfans gegen Homophobie“. Das Buch empfiehlt sich mit seinen vielen illustrativen Beispielen und seinem unverkrampften Erzählstil bestens für alle, die sich betrieblich oder einfach so für mehr Vielfalt und Chancengleichheit interessieren und einsetzen.

Schadendorf, Jens (2014): Der Regenbogenfaktor. Schwule und Lesben in Wirtschaft und Gesellschaft – Von Außenseitern zu selbständigen Leistungsträgern. München.


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