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Arbeitszeit und Betreuungsumfang

W├╝nsche und Einstellungen von M├╝ttern

M├╝tter favorisieren einen fr├╝hen Wiedereinstieg und ├╝berh├Ąlftige Teilzeitbesch├Ąftigung. Foto: Pixabay.com.

Die Einstellungen von Frauen zu M├╝ttererwerbst├Ątigkeit und externer Kinderbetreuung sind Thema einer Untersuchung des Instituts f├╝r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Ergebnisse unterst├╝tzen die familienpolitischen Forderungen einer Familienzeit mit vollzeitnahen Arbeitszeitmodellen f├╝r Eltern.

Erwerbsbeteiligung von M├Ąnnern und Frauen variiert je nach Familienkontext

Die L├╝cke zwischen der Erwerbsbeteiligung von M├Ąnnern und Frauen ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Die Erwerbst├Ątigenquote liegt f├╝r Frauen zwischen 18 und 60 Jahren bei 68 Prozent, bei gleichaltrigen M├Ąnnern bei 79 Prozent. Bei Frauen schwankt die Erwerbsbeteiligung in Abh├Ąngigkeit von der Familien- und Haushaltskonstellation, w├Ąhrend sie bei den M├Ąnnern gleichbleibend hoch ist. Die geringste Erwerbsbeteiligung weisen Frauen mit Kindern unter drei Jahren im Haushalt auf (47,3%). Mit steigendem Alter der Kinder steigt die Erwerbsbeteiligung der M├╝tter und erreicht zuletzt wieder das Niveau von Frauen ohne Kindern. Frauen mit Kindern arbeiten h├Ąufiger in Teilzeit, w├Ąhrend M├Ąnner auch in der Familienphase weiter in Vollzeit arbeiten. Insgesamt w├╝nschen sich deutliche mehr M├╝tter und Frauen die M├Âglichkeit, eine st├Ąrker partnerschaftlich ausgerichtete Arbeitsteilung leben zu k├Ânnen.

Eltern w├╝nschen sich eine egalit├Ąrere Verteilung der Erwerbs- und Familienarbeit

So zeigt eine Befragung im Rahmen von PASS aus dem Jahr 2011, dass Frauen im Durchschnitt gerne 28 Stunden arbeiten w├╝rden. Bei M├Ąnnern liegt die gew├╝nschte Arbeitszeit bei 35 Stunden. Differenziert man bei den Erwerbst├Ątigen nach der Haushaltskonstellation, schwankt die gew├╝nschte Arbeitszeit zwischen 22 Stunden (Frauen mit Partner und Kindern zwischen drei und sechs Jahren) und 32 Stunden (alleinstehende Frauen). Alleinerziehende M├╝tter pr├Ąferieren eine Arbeitszeit um die 30 Stunden, M├╝tter mit Partner m├Âchten etwa 25 Stunden arbeiten. Frauen w├╝nschen sich also tendenziell eher eine Teilzeitstelle mit ├╝berh├Ąlftiger Teilzeit, bei M├Ąnnern ist die Wunschvorstellung, unabh├Ąngig von ihrer Haushaltssituation, die 35-Stunden-Woche, also eine vollzeitnahe Teilzeit.

Teilzeitoptionen st├Ąrken die Erwerbsbeteiligung von M├╝ttern

Mit der Teilzeitorientierung steigt die Erwerbsbeteiligung der M├╝tter an und reduziert sich die Elternzeitdauer. So waren 2011 deutsche Frauen zwischen 18 und 60 Jahren der Meinung, dass eine Mutter durchschnittlich 3 Jahre und 2 Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder Teilzeit erwerbst├Ątig sein kann. Eine stundenweise Besch├Ąftigung f├╝r M├╝tter mit Kindern unter 3 Jahren halten 43,5 Prozent der Frauen f├╝r angemessen. Mit einer Vollzeiterwerbst├Ątigkeit sollte sie hingegen warten, bis das Kind 7 Jahre alt ist.

Teilzeitoptionen verk├╝rzen die Elternzeitdauer

Der Gro├čteil der Frauen in Paarhaushalten┬á und Alleinerziehende mit Kindern unter sechs Jahren sprach sich 2011 f├╝r einen eher fr├╝hen Wiedereintritt in das Erwerbsleben aus. Eine Vollzeiterwerbst├Ątigkeit f├╝r M├╝tter von Kindern unter drei Jahren k├Ânnen sich in der Gruppe der Paarhaushalte 29 Prozent grunds├Ątzlich vorstellen, in Paarhaushalten mit Kindern von drei bis sechs sind es noch 21 Prozent. Alleinstehende Frauen sowie Frauen in Paarhaushalten mit ├Ąlteren Kindern sehen das ideale Alter des Kindes f├╝r die (Wieder)Aufnahme einer Vollzeiterwerbst├Ątigkeit bei sechs Jahren oder ├Ąlter. Insgesamt sind es also Frauen von j├╝ngeren Kindern, die sich eine fr├╝he Aufnahme der Vollzeitbesch├Ąftigung w├╝nschen. Bezieht man weiter Faktoren mit ein, so zeigt sich, dass es tendenziell Frauen mit h├Âherem Bildungsniveau und Frauen aus Ostdeutschland sind, die eine fr├╝he R├╝ckkehr ins Berufsleben f├╝r angemessen halten.

J├╝ngere M├╝tter setzen die ideale Altersgrenze f├╝r externe Kinderbetreuung niedriger an

Ein ├Ąhnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach der idealen Altersgrenze f├╝r die externe Kinderbetreuung. Im Jahr der Erhebung (2011) lag die Inanspruchnahme au├čerfamili├Ąrer Kinderbetreuung f├╝r Kinder unter drei Jahren bei insgesamt 25 Prozent, 50 Prozent in Ost und 28 Prozent in West. Bei der Gruppe der der Kinder von drei bis sechs herrschte eine nahezu fl├Ąchendeckende Betreuung von 92 Prozent, ohne signifikante Abweichung zwischen Ost und West. Erst bei der Betreuungsdauer zeigen sich wieder Unterschiede: Die Betreuungsqoute f├╝r eine Ganztagsbetreuung lag im Osten bei 70 Prozent ┬áund im Westen bei 28 Prozent. Weiter Studien zeigen, dass die Inanspruchnahme externe Kinderbetreuung mit dem Alter des Kindes, dem Bildungsniveau und der Erwerbst├Ątigkeit der Mutter steigt.

Als ideales Einstiegalter in ein stundenweise Betreuung au├čerhalb der Familie benennen die befragten Frauen im Durchschnitte 2 Jahre und 7 Monate, mit nur geringf├╝gigen Schwankungen zwischen den verschiedenen Haushaltskonstellationen. Deutlich nach oben rutscht die ideale Altersgrenze f├╝r eine Ganztagsbetreuung, sie liegt bei durchschnittlich f├╝nf Jahren und vier Monaten. M├╝tter mit ├Ąlteren Kindern legen diese Grenze ins Schulalter oder geben an, dass ein Kind ├╝berhaupt nicht ganztags au├čerhalb der Familie betreut werden sollte. M├╝tter mit j├╝ngeren Kindern k├Ânnen sich wiederum eine fr├╝here Ganztagsbetreuung vorstellen, n├Ąmlich mit 4,5 Jahren.

Teilzeitorientierte Frauen sind skeptischer gegen├╝ber Ganztagsbetreuung

Frauen, die eine fr├╝he Aufnahme der Vollzeiterwerbst├Ątigkeit favorisieren setzen das angemessene Alter f├╝r eine ganzt├Ągige Kindebetreuung fr├╝her an. Dies ist generell bei Frauen in Ostdeutschland festzustellen. Des Weiteren sprechen sich eher j├╝ngere und erwerbst├Ątige M├╝tter sowie M├╝tter mit einen h├Âheren Bildungsniveau daf├╝r aus.

Datengrundlage der Studie liefert das PASS

Datengrundlage der vorgestellten Analyse ist das Panel ÔÇ×Arbeitsmarkt und soziale SicherungÔÇť (PASS), 5. Befragungswelle 2011. F├╝r die Befragung wurden Personen zwischen 18 und 60 Jahren ausgesucht, befragt wurden 6521 Frauen und 5620 M├Ąnner.

 

Torsten Lietzmann und Claudia Wenzig (2017): Arbeitszeitw├╝nsche und Erwerbst├Ątigkeit von M├╝ttern. Welche Vorstellungen ├╝ber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestehen. (=IAB Kurzbericht 10/2017).

 

 

 


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