Buchtipp:
Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik.

Die Berliner Historikerin Monika Wienfort lädt mit ihrer Arbeit zu einem historischen Rundgang durch die verschiedenen Phasen einer Ehe ein. Ihre Darstellungen streifen Aspekte der Partnersuche, der Partnerwahl, der Eheschließung, des Ehelebens und der Verwitwung. Einer ihrer historischen Zeitzeugen aus dem 19. Jahrhundert hat noch stark das prozesshafte all dieser Phasen vor Augen, wenn er meint: „Über meine Verliebung, Verlobung und Verehelichung ist nicht viel zu berichten“.

Viel zu berichten aus der Vergangenheit hat allerdings die Autorin. Sie trägt in ihrem Buch die vielen Fragmente der Forschung zusammen und verbindet sie zu lexikonähnlichen Abrissen über die diversen Themenfelder rund um Liebe, Verlobung, Heirat, Eheleben und Witwendasein. So erfährt man manch Erbauliches, manch Interessantes über Heiratsannoncen, Eheverbote, Heiratsanträge, Heiratsalter, Hochzeitsgeschenke, Eheratgeber, Verhütung, Mutterschaft, Ehescheidung, Trauerkleidung und vieles mehr. Auch wer sich für Zahlen interessiert, kann sich hier kundig machen. Er/sie erhält Informationen zu Heiratsalter, Häufigkeit von Ehescheidungen oder Wiederverheiratung, oder etwa auch über die Hinterbliebenenrente.

Zwischen den lexikonartigen Darstellungen eingestreut sind Skizzen über das Eheleben und die Beziehungsqualität fünf berühmter Ehepaare: Caroline und Wilhelm von Humboldt, Clara und Robert Schumann, das Kaiserpaar Victoria und Friedrich III., Katia und Thomas Mann sowie Freya und Helmuth James von Moltke. Wienfort schildert deren Eheleben anschaulich und lässt die Paare auf Grundlage reicher Zitate aus der Vergangenheit zu uns sprechen. Es ist eine abwechslungsreiche Zeitreise in das Liebes- und Eheleben vergangener Zeiten.

Dem Forschungsstand geschuldet liegt der Fokus der Darstellung in weiten Teilen auf den bürgerlichen Kreisen, wenngleich sie auch immer wieder Verweise auf das Arbeitermilieu und ländliche Lebenswelten der damaligen Zeiten enthält. Die Darstellung ist quellenfundiert und wissenschaftlich, gleichwohl flüssig zu lesen und unterhaltsam. Das Buch ist absolut empfehlenswert, insbesondere wegen der zahlreichen thematischen Abrisse, auch wenn man mit den Einschätzungen zu Beginn des Buches über die Krise der Ehe und der vermeintlich historisch begründeten Verschmelzung von Liebe und Eheschließung nicht so recht übereinstimmen mag.

Wienfort, Monika (2014): Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik. München. C.H. Beck Verlag.


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