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Pflegende Beschäftigte entlasten

Empfehlungen für Arbeitgeber

Betriebe können Beschäftigte, die pflegen, auf vielfältige Weise entlasten. Foto: pixabay.com.

Pflegende Erwerbstätige können vor allem über Beratung und Qualifizierung, Flexibilisierung von Zeit und Ort sowie kommunale Infrastrukturmaßnahmen entlastet werden. Als besonders entlastende Maßnahmen identifizierten die Autor*innen im Themenreports 2016 des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) vor allem folgende Angebote:

  • qualifizierte Beratungsangebote zur Unterstützung von Antragsverfahren sowie zur Bewältigung von Herausforderungen auf der psycho-sozialen Ebene,
  • innerbetriebliche Beratungsangebote, die die Angebote der Pflegestützpunkte und Krankenkassen ergänzen,
  • Kompetenztraining für pflegende Angehörige im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und kognitiven Einschränkungen, etwa in Form eines modularen Fortbildungsprogramms,
  • wertschätzende Unternehmenskultur und verständnisvolle Führungskräfte,
  • Best-Practice-Beispiele einer gelingenden Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und gelingender Pflegearrangements,
  • Enttabuisierung von Pflege,
  • individuell anpassbare, flexible und multilokale Arbeitskonzepte,
  • pflegesensible Ausrichtung der Personalpolitik,
  • Spezielle betriebliche Erholungsangebote von Rückenschule bis Wellness,
  • bezahlbare, zuverlässige, diverse Infrastruktur mit haushaltsnahmen und pflegerischen Unterstützungs- und Versorgungsangeboten,
  • Betreuungs- und Unterstützungsleistungen außerhalb und innerhalb des häuslichen Umfelds, auch zu ungewöhnlichen Zeiten wie nachts.

Die Autor*innen des ZQP-Themenreports identifizieren ein ganzes Potpourri an Maßnahmen und Angeboten, die Erwerbstätige entlasten können, wenn sie einen oder mehrere Angehörige im häuslichen Umfeld unterstützen und pflegen. Ein Teil der Maßnahmen betrifft die lokale und regionale Infrastruktur. Unternehmen und Arbeitgeber*innen sind daher gefordert, sich in entsprechenden kommunalen Infrastrukturnetzwerken einzubringen und mit Dienstleistungs- und Serviceanbietern für Pflegende zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus können Unternehmen die Angebote von Pflegestützpunkten und Krankenkassen um betriebseigene komplementäre Beratungsangebote ergänzen. Empfohlen werden vor allem coachingähnliche Beratungs- und Gesprächsmöglichkeiten, die die konkrete individuelle Situation und Vereinbarkeitsanforderungen in den Blick nehmen.

Des Weiteren regt der ZQP-Themenbericht kontinuierliche innerbetriebliche Information und Aufklärung zur Situation und zum Unterstützungsbedarf pflegender erwerbstätiger Angehöriger an. Dabei sollten Beschäftigte, Führungskräfte sowie Personalsachbearbeiter*innen gleichermaßen adressiert werden. Ziel sollte ein Klima sein, in dem sich Beschäftigte ermutigt fühlen, schon zu Beginn einer Pflegesituation das Gespräch zu suchen. Pflegende Erwerbstätige benötigen Wertschätzung und Verständnis. Noch ist die Befürchtung bei vielen Beschäftigten hoch, wegen der Pflegesituation beruflich benachteiligt zu werden. Oft hilft es, Beispiele gelingender Vereinbarkeit im Unternehmen sichtbar zu machen.

Für viele existenziell wichtig sind flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortarrangements, die helfen, den Zeitkonflikt zwischen Pflege und Erwerbsarbeit zu entzerren. Gleitzeit ohne Kernzeit, Gleittage und flexible Modelle mobilen Arbeitens bieten weitreichende Möglichkeiten, die oft unwägbaren Zeitanforderungen in der Pflege abzufedern. Auch kann es hilfreich sein, in Kooperation mit entsprechenden Dienstleister*innen innerbetriebliche Weiterbildung innerhalb der Arbeitszeit anzubieten, besipielsweise zum Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und kognitiven sowie körperlichen Einschränkungen. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bieten sich Erholungs- und Entspannungsangebote an, die in der Arbeitszeit genutzt werden können.

ZQP (Hrsg) (2016): Themenreport: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Berlin.


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