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Personalma├čnahmen f├╝r ├ältere

Nur in einer Minderheit deutscher Betriebe gegeben

Altersgerechte Personalma├čnahmen sind umso wahrscheinlicher, je gr├Â├čer die Betriebe sind. Foto: pixabay.com (stevepb)

Deutschlands Besch├Ąftigte werden merklich ├Ąlter. Doch noch reagiert kaum ein Unternehmen mit angemessen altersspezifischen Personalma├čnahmen.

Deutschlands Besch├Ąftigte werden merklich ├Ąlter

2017 waren bereits sechs Millionen sozialversicherungspflichtige Besch├Ąftigte zwischen 55 und 65 Jahre alt. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 2000. Um ihre Arbeits- und Leistungsf├Ąhigkeit bis zum Eintritt in die Rente zu erhalten, spielen individuelle Motivation und Gesundheit eine Rolle.┬á Hinzu kommen die arbeitsplatzspezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen. Das Institut f├╝r Arbeits- und Berufsforschung (IAB) bietet in seiner Serie ÔÇ×Leben und Arbeiten in der ZukunftÔÇť Einblick in Qualit├Ąt und Quantit├Ąt altersspezifischer Personalma├čnahmen und analysiert Wirkungszusammenh├Ąnge bei der Einf├╝hrung und Umsetzung.

Altersspezifische Personalma├čnahmen noch wenig verbreitet

Betriebliche Ma├čnahmen m├╝ssen deshalb bei der Arbeitsplatzgestaltung, der Weiterbildung, der Gesundheitsf├Ârderung sowie beim F├╝hrungsverhalten ansetzen. Lange dominierten Altersteilzeitmodelle die Personalpolitik f├╝r die ├╝ber 55-J├Ąhrigen. Inzwischen gewinnen allgemeine Weiterbildungsangebote und gesundheitsf├Ârdernde Ma├čnahme im Sinne eines betrieblichen Demografiemanagements an Bedeutung. Gleichwohl sind sie in der Regel noch nicht auf die besondere Zielgruppe ├Ąlterer Besch├Ąftigter zugeschnitten.

Betriebsgr├Â├če beeinflusst Einf├╝hrung altersspezifischer Personalma├čnahmen positiv

Arbeiten die ├╝ber 55-j├Ąhrigen Besch├Ąftigte in gr├Â├čeren Betrieben, umso eher stehen sie im Fokus┬á betrieblicher Personalpolitik. Von den Arbeitgeber*innen, die mehr als 500 Menschen besch├Ąftigen, gaben in einem IAB-Betriebspanel 2015 immerhin 87 Prozent an, Ma├čnahmen f├╝r ihre ├Ąlteren Besch├Ąftigten anzubieten. Allerdings ist aber auch anzunehmen, dass in vielen kleinen Betrieben informell mehr f├╝r ├Ąltere Mitarbeitende getan wird, als sich in statischen Umfragen wiederspiegelt.

Erste Beispiele f├╝r demografiesensitive Tarifvertr├Ąge

Wahrscheinlicher wird eine demografiesensitive Personalpolitik zudem, wenn Betriebe einen Betriebsrat haben und in Tarifvertr├Ąge eingebunden sind. Hier verweisen die Autor*innen der vorliegenden IAB-Studie insbesondere auf Betriebe der Chemieindustrie, die als erste Branche einen Tarifvertrag entwickelt hat, der auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagiert.

Potenzial der Fachkr├Ąftesicherung

Wichtigstes Argument f├╝r eine altersspezifische Personalpolitik ist jedoch der Fachkr├Ąftemangel, dem mit der verst├Ąrkten und fokussierten Potenzialf├Ârderung gerade der ├Ąlteren Mitarbeitenden entgegnet werden k├Ânnte.

 

Bellmann, Lutz; Dummert, Sandra; Leber, Ute (2018): Nur eine Minderheit der Betriebe f├╝hrt spezifische Personalma├čnahmen f├╝r ├ältere durch, In: IAB-Forum 8. Oktober 2018, https://www.iab-forum.de/nur-eine-minderheit-der-betriebe-fuehrt-spezifische-personalmassnahmen-fuer-aeltere-durch/, Abrufdatum: 16. Oktober 2018.


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