Führungskräfte mit Familie

Was stresst, was entlastet

Mütter in Leitungspositionen haben jenseits der Vereinbarkeitshemen mit geringerer Anerkennung zu kämpfen. Foto: pixabay.com.

Je höher die Position, umso eher wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als konfliktär wahrgenommen. Dass dies zudem Frauen in der Regel noch mehr als Männer tun, ist seit längerem bekannt. Was das unterschiedliche Stressempfinden von Vätern und Müttern bei gleicher Erwerbstätigkeit bedingt, haben Anne Busch-Heizmann und Elke Holst nun unter Nutzung des sozio-ökonomischen Panels SOEP näher untersucht.

In ihrer Analyse konnten die Forscherinnen zwei zentrale Einflussfaktoren isolieren. So fanden sie zunächst einen engen Zusammenhang zwischen einer insgesamt geringeren Risikobereitschaft und einem erhöhten Stressempfinden bei Frauen in hoch qualifizierten Positionen. Frauen, die sich selbst als weniger risikobereit einschätzen, erleben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herausfordernder und belastender. Insofern gilt auch: Je höher die Risikobereitschaft, umso geringer wird das Stressempfinden.

Zusätzlich steigt das Stresslevel, wenn die erbrachte Leistung der Frauen in Führungspositionen weniger ankerkannt wird als jene der Männer in vergleichbaren Positionen. Insofern gilt den Analysen der Forscherinnen zufolge auch: Je geringer die Wertschätzung der Leistung und je ausgeprägter der Gender Pay Gap, umso eher erleben Frauen die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als belastend.

Möchten Arbeitgeber*innen ihre weiblichen Führungskräfte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entlasten, liegen den Forschungsergebnissen zufolge zwei Maßnahmen auf der Hand: Stärkung der Risikobereitschaft durch geeignetes Coaching und Abbau von Lohnungleichheit. Darüber hinaus entlasten ein insgesamt familienfreundliches Arbeitsklima sowie die Möglichkeit der flexiblen Arbeitsgestaltung grundsätzlich immer auch das Führungspersonal. Auch dies konnte die Studie erneut belegen.

Zeitgleich fanden die Forscherinnen heraus, dass Väter junger Kinder die Vereinbarkeitsherausforderungen als weniger belastend einschätzen als verheirateten Kollegen ohne Kinder. Die Autorinnen vermuten, dass sich die Übernahme von mehreren Rollen gerade bei Männern positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirkt.

 

Busch-Heizmann, Anne und Elke Holst (2017): Do Women in Highly Qualified Positions Face Higher Work-to-Family Conflicts in Germany than Men? DIW Discussion Papers 1658: https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.556310.de.


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