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Geschlechtsspezifische Arbeitszeitmuster

Fortschritte und Stagnation 2010-2016

Die unterschiedlichen Arbeitszeitmuster von Frauen und Männer haben sich weiter manifestiert. Foto: Pixabay.com (Geralt)

Die Arbeitszeiten sind in den letzten Jahren deutschlandweit ziemlich stabil geblieben. Abhängig Beschäftigte arbeiteten 2016 durchschnittlich 35,2 Stunden in der Woche. Die Arbeitszeiten von Männern haben sich seit 2010 leicht verringert. Frauen arbeiten heute länger. Insbesondere haben die teilzeitbeschäftigten Mütter in den letzten Jahren ihren Stundenumfang erhöht. Als Folge davon hat sich der Gender Time Gap (von 9,3 Std. auf 8,7 Std.) reduziert.

Weitgehend unverändert varrieren nach wie vor die Arbeitszeitrealitäten von Frauen und Männer und vor allem Mütter und Väter. Teilzeit hat sich als die Arbeitszeitform von Müttern weiter manifestiert. Dies sind die neuen Forschungsergebnisse von Angelika Kümmerling aus dem Institut für Arbeit und Qualifikation.

Im EU-Vergleich arbeiten die Frauen in Deutschland am zweitkürzesten. Nur in den Niederlanden arbeiten Frauen weniger Stunden in der Woche. Mütter in Deutschland sind im EU-Vergleich deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt eingebunden als Frauen ohne Kinder. Die Familiengründung stellt weiterhin einen Risikofaktor für die Erwerbstätigkeit und finanzielle Absicherung von Frauen dar.

Erneut zeigt die Studie, dass das Ehegattensplitting Hemmschuh für eine gleichberechtigte Arbeitsteilung von Frauen und Männern und die familienpolitischen Initativen des Elterngeldes und des Kitagesetzes konterkarieren.

 

Kümmerling, Angelika (2018): Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Arbeitszeiten Fortschritt auf der einen, Stagnation auf der anderen Seite. IAQ-Report 2018/08: http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2018/report2018-08.pdf


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