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Geschlechterrelevanzen im Überblick

Handbuch zur Geschlechterforschung

Wer Fragen zur Struktur- und Wissenskategorie Geschlecht hat, wird hier Antworten finden.

Wer sich schnell und fundiert ĂŒber die Bedeutung informieren möchte, die Geschlecht in gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Kontexten hat, greift am besten zu diesem neuen Handbuch. Mit seinen 155 BeitrĂ€gen bietet es einen umfassenden Überblick ĂŒber aktuelle ForschungsansĂ€tze, Themen und Debatten und hilft, mögliche disziplinĂ€re und eigene Verengungen zu hinterfragen.

Die AufsĂ€tze behandeln zentrale Fragen der Frauen- und Geschlechterforschung aus unterschiedlichen Disziplinen (Soziologie, PĂ€dagogik, Politik-, Kultur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Psychologie, Theologie und Jura). Das Spektrum der BeitrĂ€ge reicht von den theoretischen Konzepten zum Geschlecht ĂŒber Methoden der Frauen- und Geschlechterforschung bis zu zentralen Forschungs- und Arbeitsfeldern.

So finden sich in diesem Handbuch AusfĂŒhrungen etwa zur Trennung zwischen Erwerbs- und Sorgearbeit oder zur Hierarchisierung von produktiver und unproduktiver Arbeit. Die Notwendigkeit, „Care“ fĂŒr das menschliche Zusammenleben aufzuwerten, Care-Arbeit besser zu bezahlen und die tĂ€gliche Arbeitszeit generell zu verkĂŒrzen werden nicht nur angeregt, sondern zugleich wissenschaftlich begrĂŒndet.

In einem anderen Abschnitt erfĂ€hrt man etwa mehr ĂŒber die internationale Kampagne „Decent Work“, die fĂŒr die gleiche Entlohnung von MĂ€nnern und Frauen und den Schutz vor respressiven Arbeitsbedingungen oder Überlastung wirbt. Wieder andere BeitrĂ€ge befassen sich mit den Kategorien Gleichheit, Gerechtigkeit und Differenz und stellen Möglichkeiten vor, bestehende Dilematta aufzulösen.

So sind die BeitrĂ€ge auch fĂŒr den praktischenUnternehmenskontext von Interesse. Die BerĂŒcksichtigung individueller Bedarfe bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Arbeitszeit- und Arbeitsortgestaltung lösen zum Teil sehr kontroverse Wertediskussionen zwischen Arbeitgebern und BeschĂ€ftigtenvertretung, aber auch innerhalb der Belegschaften aus, die sich im Kern ja gerade um Konzepte von Gerechtigkeit, Gleichhheit und Differenz drehen.

Den theoretischen Zugang zu diesem Wertekonflikt fasst Pimminger folgendermaßen zusammen:  „Denn einerseits beruht die Forderung nach Differenz implizit auf einem Gleichheitsideal, nĂ€mlich der gleichen Anerkennung von Differenz, andererseits hat die Forderung nach Gleichheit ihren Ausgangspunkt gerade in der Feststellung, dass das zu Vergleichende in einer bestimmten Hinsicht verschieden ist, sonst wĂ€re das Gleichheitsgebot ja unnötig. Gleichheit als Gerechtigkeitsprinzip erfordert demnach die Bestimmung, in welcher Hinsicht Verschiedene als gleich zu betrachten sind.“ (S. 51f)

 

Becker, Ruth und Beate Kortendiek (Hrsg.) (2019): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie – Methoden – Empirie. Wiesbaden (VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften)

 


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