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Lebenswerte digitale Gesellschaft?

Impulspapier zur digitalen Agenda des Bundes

Digitalisierung verändert zusehends auch den Familienalltag und das Zusammenleben der Generationen. Foto: pixabay.com.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht nach wie vor im Fokus der Digitalisierungsvision des Bundes. Von neuen Chancen für mehr Zeitsouveränität ist die Rede sowie von Zeitersparnissen, die Homeoffice und mobiles Arbeiten für erwerbstätige Eltern und pflegenden Mitarbeiter*innen ermöglichen. Das neue Impulspapier des BMFSFJ ermutigt, auch für Berufsfelder, die auf den ersten Blick nicht für die Verlagerung des Arbeitsplatzes geeignet scheinen, die Gestaltungsspielräume immer wieder neu auszuloten. Gibt es nicht doch zumindest Teilaufgaben, die von einem anderen Ort aus erledigt werden könnten, ohne die Arbeitsabläufe zu stören oder Serviceleistungen zu korrumpieren? Könnten beispielsweise Dienstpläne oder logistische Tätigkeiten nicht auch digitalisiert von zu Hause aus erledigt werden?

Wenn auch zugegebenermaßen nicht alle Beschäftigten gleichermaßen ihre Arbeit flexibilisieren können, handle es sich dabei doch um ein gleichermaßen wichtiges wie zukunftsweisendes Instrument einer familienbewussten Personalpolitik. Besonders positiv scheint sich die Ortsflexibilisierung auf die partnerschaftliche Arbeitsteilung auszuwirken. Das haben weitere Studien des BMFSFJ ergeben. Insgesamt aber gilt: Je bunter der Strauß an Maßnahmen am Ende ist, um so bedarfsgerechter und individueller können die Beschäftigten bei der Vereinbarkeit der beruflichen und privaten Zeitanforderungen unterstützt werden.

Gleichzeitig sensibilisiert das Papier aber auch für mögliche zusätzliche Belastungen, wenn die Grenzen zwischen Beruf und Familie verschwimmen und die Anforderungen einer eigenverantwortlichen Zeitsteuerung steigen. Darüber hinaus refektiert der Bericht auf die vielfältigen Veränderungen des Familienalltags, der innerfamiliären Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Alltagsbewältigung, deren Folgen noch nicht abzuschätzen seien.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley zeigt sich aber überzeugt: „Digitalisierung ist ein Instrument des gesellschaftlichen Fortschritts. Wenn wir es klug anpacken, liegt in der Digitalisierung die Chance für mehr Lebensqualität und Zeit in unserer Gesellschaft. “ Seit Mai 2017 gilt in ihrem eigenen Ministerium eine Dienstvereinbarung, die es nahezu allen Mitarbeitenden erlaubt, mobil und flexibel zu arbeiten. Parallel werden ihre Beschäftigten in Sachen Selbstmanagement gestärkt und gilt ein Recht auf Nichterreichbarkeit.

 

Das Impulspapier können Sie nachlesen: https://www.bmfsfj.de/blob/117116/2b31b756a16d964abf0f369712d19684/impulspapier-digitalisierung-data.pdf

Ausführlichere Informationen zu Studienergebnissen des BMJSFJ: https://www.bmfsfj.de/blob/75936/cc1366644d0761cdb79a59c5386c6c25/digitalisierung-chancen-und-herausforderungen-kurz-data.pdf

Zitat Dr. Baley ist der Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums – Pressemitteilung 078, veröffentlicht am 29.06.2017, entnommen.


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